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Die neunte Station der Industrie-Route am Fluss Svitava
Auf dem Baustoffgelände vor der Zábrdovicer Brücke über die Svitava steht noch ein Gebäude, das an die stillgelegte Bahnstrecke Brünn – Tišnov erinnert. Dabei handelt es sich um das ursprüngliche Bahnhofsgebäude, das in den Jahren 1885–1962 seinen Zweck erfüllte. Vom ursprünglichen Bahnhof sind das Abfertigungsgebäude mit Holzgiebel (am nächsten zum Fluss) und ein Eisenbahndepot mit Rampe und originalen Schiebetüren erhalten. An den Stellen, an denen das Stumpfgleis endete, steht ein Prellbock aus Beton, der sogenannte „sturc“, sogar mit dem Rest einer Schleppschwelle. Die eingleisige Bahnstrecke Brünn – Tišnov wurde 1885 von der privaten Österreichischen Staatseisenbahn-Gesellschaft (StEG) als Grundlage der geplanten Verbindung zwischen Brünn und Havlíčkový Brod in Betrieb genommen. Das Unternehmen betrieb die Eisenbahn bis 1909, als sie verstaatlicht und von den Österreichischen Staatsbahnen übernommen wurde, gefolgt von den Tschechischen Staatsbahnen nach der Gründung der Tschechoslowakischen Republik.
Bereits in der Zeit der Ersten Republik zeichnete sich ab, dass die neue geplante Strecke, die Südmähren über die Böhmisch-Mährische Höhe mit Böhmen verbinden sollte, auf einer anderen Route als der „alten Tišnovka“ führen würde. Die endgültige Entscheidung fiel im Jahr 1938, als eine völlig neue zweigleisige Bahn geplant wurde. Aufgrund der Kriegsereignisse wurde der Bau jedoch eingestellt und die alte Tišnovka erfüllte weiterhin ihren Zweck. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bau der Bahnstrecke Brünn – Havlíčkův Brod wieder aufgenommen, die 1953 abgeschlossen wurde. Dadurch entfiel der Abschnitt der Tišnovky-Linie außerhalb Brünns, jedoch ihr städtischer Teil zwischen dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Královo Pole wurde bis 1962 für den Personenverkehr genutzt.
Tišnovka ist seit fast sechzig Jahren nicht mehr in Betrieb, aber ihre Überreste sind noch erkennbar. Die Strecke begann am Brünner Hauptbahnhof, von wo aus sie über das Viadukt in Richtung Česká Třebová führte, hinter dem heutigen Brünner Gaswerk trennte sie sich vom Bahndamm. Hier ist heute noch eine abfallende Rampe vom Bahndamm in Richtung Svitavy zu sehen. Sie führte weiter um den Fluss herum, wo von ihr die Industriebahn Posvitavská abzweigte, und an der Tkalcovská-Straße befand sich die dreigleisige Verladestelle Radlas. Von dort führte die Strecke weiter entlang des Svitava-Damms, vorbei an der Textilfabrik Fuhrmann, bis zur Cejl-Straße, die sie ebenerdig überquerte, bis zum Bahnhof Zábrdovice. An der Kreuzung der Cejl-Straße vor der Zábrdovicer Brücke wurde ein durch Schranken geschützter Übergang errichtet. Danach überquerte sie auf dem Bahndamm die Vranovská-Straße, wo noch heute die Pfeiler der abgerissenen Brücke (Straßenbahnhaltestelle Mostecká) sichtbar sind. Hinter dem ehemaligen Husovicer Friedhof (heute Marie-Restituta-Park) ist immer noch einen Bahndamm mit Durchlässen sichtbar. Weiter ging es über den Hügel von Černá Pole auf der Strecke des großen Stadtrings über die Bahnhöfe Královo Pole, Řečkovice und Česká nach Tišnov. Auf der heutigen Strecke nach Havlíčkův Brod beispielsweise erinnert das Gebäude der Haltestelle in Česká an die alte Tišnovka. Dieses respektiert durch seine Lage den ursprünglichen Verlauf der Tišnovka-Gleise und ist seitlich zum aktuellen Gleisbett ausgerichtet.
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