INDUSTRIE-ROUTE AM FLUSS SVITAVA
Mitop – das Phänomen des Niedergangs der Textilproduktion
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Die achte Station der Industrie-Route am Fluss Svitava
Im Jahr 1890 wurde die Aktiengesellschaft der Österreichischen Filzfabriken gegründet, die von den Firmen B. Engel & spol., Adolf Löw & Sohn und Seidl & Jellinek getragen wurde. Deren Produktion wurde in den Betrieb der ehemaligen Fabrik Adolf Löw & Sohn in der Zábrdovická-Straße konzentriert. Ab dem Jahr 1900 war die Firma unter dem Namen „Spojené továrny na plsť a. s.“ (Vereinigte Filzfabriken AG) mit Sitz in der deutschen Stadt Giegen an der Brenz.
Die Fabrik brannte 1911 ab und wurde nach dem Entwurf des deutschen Architekten Phillip J. Manz großzügig wieder aufgebaut. Der Stahlbetonbau mit Ziegelverkleidung und großen Fabrikfenstern steht noch heute gegenüber dem ehemaligen Prämonstratenserkloster (heute Militärkrankenhaus Brünn) und bildet zu diesem ein interessantes Gegenstück. Dominantes Merkmal des gesamten Gebäudes ist der überhängende, mit einem Biedermeierhelm gedeckte Turm, in dem sich ursprünglich der Wasserspeicher befand. Wassertürme waren übrigens Bestandteil der meisten Brünner Textilfabriken. An dieses neue Gebäude, das dank der großen Fenster sehr luftig wirkt, grenzten die Betriebsgebäude entlang des Flusses Svitava an.
Das Produktionsprogramm der Firma war sehr breit gefächert und umfasste technische Filze, Bekleidungsfilze, Futterfilze, für Motorabdeckungen und für Lokomotivkessel. Die fertigen Produkte wurden zunächst in europäische Länder exportiert, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Export jedoch auf die Länder Nord- und Südamerikas sowie Asiens ausgeweitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Firma aufgrund des Erlasses des Präsidenten der Republik beschlagnahmt und eine nationale Verwaltung eingeführt. 1948 wurde es in das nationale Unternehmen Mitop eingegliedert, eine kombinierte Filzfabrik mit Sitz in Mimoni. Obwohl in den Jahren 1952–1955 ein neues Lackier- und Veredelungswerk gebaut wurde, war noch in den 1980er Jahren die Produktion auf den ursprünglichen Maschinen von 1913 im Gange. Nach 1989 wurde Mitop n. p. privatisiert und das Unternehmen Panatex gegründet. Derzeit wird das Gelände zur Vermietung genutzt und einer Komplettsanierung unterzogen. Dies ist eine der gelungenen Rekonstruktionen, bei denen das Gebäude trotz einiger Modernisierungselemente seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat und ein Beispiel für einen sehr gelungenen Umbau eines Fabrikgebäudes für aktuelle Bedürfnisse ist.
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