INDUSTRIE-ROUTE AM FLUSS SVITAVA

Die erste Brünner Maschinenfabrik – Luz – das Phänomen der Dampfmaschine

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  • Die erste Station der Industrie-Route am Fluss Svitava

Die Geschichte der Ersten Brünner Maschinenfabrik reicht bis ins Jahr 1814 zurück, als der deutsche Unternehmer Johann Reif die Produktionspalette seines Unternehmens im ehemaligen Schloss in Šlapanice bei Brünn änderte. Anstelle der damals kriselnden Textilproduktion begann er mit der Maschinenbauproduktion. Konkret mit der Produktion von Dampfmaschinen, damals der grundlegende Antriebsmotor der Industrie in ganz Europa. Im Jahr 1816 wurde Heinrich Alexander Luz Teilhaber der Firma, der ursprünglich gelernter Uhrmacher war, sich aber schon bald dem Maschinenbau widmete.

Im Jahr 1820, nach dem Tod von Johann Reif, heiratete Luz dessen Witwe und übernahm die Leitung des Unternehmens. Damals hieß das Unternehmen noch Schöll und Luz, weil die Gebrüder Schöll daran beteiligt waren. Die Firma spezialisierte sich auf die Herstellung von Dampfmaschinen, Dampfkesseln und Feuerlöschern. Im Jahr 1838 machte sich Luz selbständig und verlegte die gesamte Firma von Šlapanice nach Brünn. Er baute ein neues Geschäft in der Olomoucká-Straße auf. Ein Überbleibsel aus dieser Zeit ist das Hauptverwaltungsgebäude an der Ecke Olomoucká und Životského, das sich trotz späterer Umbauten seinen ursprünglichen klassizistischen Charakter bewahrt hat. Im Gebäude der ehemaligen Einfahrt von der Olomoucká-Straße ist sogar eine der Luz-Dampfmaschinen hinter einer Glaswand installiert.

Unter dem neuen Namen „První Brněnská strojírna“ wuchs das Unternehmen weiter und seine Räumlichkeiten erstreckten sich über ein riesiges Gebiet von der Olomoucká-Straße bis zum Viadukt der Staatsbahn in der Nähe des Flusses Svitava. 1881 erweiterte das Unternehmen unter dem Namen „Erste Brünner Maschinen-Fabriks-Gesellschaft“ die Produktion um Dampfturbinen. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert kam es zu einer Fusion mit der Gießerei von Friedrich Wannieck, wodurch die Erste Brünner Maschinenbaugesellschaft zum größten Maschinenbauunternehmen in Österreich-Ungarn wurde.

Während des Ersten Weltkriegs passte sich die Erste Brünner Maschinenbaugesellschaft wie die meisten Industrieunternehmen an die Kriegsbedürfnisse an und produzierte Granaten und Mörser. Nach der Gründung der Tschechoslowakischen Republik kehrte sie jedoch zu ihrem ursprünglichen Produktionsinhalt zurück. Das größte Zweigwerk war die ehemalige Gießerei von Friedrich Wannieck, dem größten Hersteller von Dampfturbinen in der Tschechoslowakei. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war das Fabrikgelände häufiges Ziel alliierter Luftangriffe und im Jahr 1945 wurden die Arbeiten dort eingestellt. Nach und nach wurde die Produktion wieder aufgenommen und in den 1950er und 1960er Jahren entwickelte sich die Erste Brünner Maschinenbaugesellschaft wieder zu einem bedeutenden Maschinenbauunternehmen. Zu dieser Zeit entstanden auch mehrere Betriebe außerhalb von Brünn, z. B. in Třebíč und Velká Bíteš.

 

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